Stellungnahme der Grünen zur Planauflage Poya-Begleitmassnahmen und Vernehmlassung Teilrichtplan Burg/Au/Neustadt
An die Freiburger Medien
Verkehrsberuhigung konsequenter umsetzen und besser koordinieren
Die Grünen der Stadt Freiburg nehmen die aufgelegten Pläne zu den Begleitmassnahmen des Poya-Projekts grundsätzlich mit Wohlwollen zur Kenntnis. Auch wenn die Grundstossrichtung der Bemühungen in die richtige Richtung zeigt, so sind die Vorschläge im Gesamtkontext der Förderung des Langsamverkehrs jedoch nach wie vor ungenügend und nicht vollends durchdacht. Die Grünen machen folgende Feststellungen:
Generell
Es ist unabdingbar, dass die Einführung der Massnahmen gut koordiniert umgesetzt wird, um die Quartiere nicht übermässig zu belasten. Da der Teilrichtplan Verkehr ein integrierender Bestandteil des Poyaprojekts ist, darf die Poyabrücke erst eröffnet werden, wenn die Begleitmassnahmen in den Quartieren umgesetzt sind. Die Umsetzung aller Projekte müssen zudem der Bevölkerung und den Besuchern der Stadt konsistent und verständlich kommuniziert werden.
Burgquartier
Die Grünen freuen sich über die urbanistische Qualität des Projekts. Der Schutz und der gleichzeitig bessere touristische Zugang zu den wichtigsten historischen Kulturgütern wie der Kathedrale ist mit den Massnahmen gegeben und steigert die Attraktivität des Quartiers erheblich. Nichtsdestotrotz muss das Parkplatzregime verbessert und die Anzahl der Parkplätze weiter reduziert werden: historische Plätze und die Zone rund um die Kathedrale sind parkplatzfrei zu gestalten. Das unterschiedliche Parkreglement tagsüber und in der Nacht scheint uns nicht praktikabel, da dies wohl zu viel Verwirrung führen kann und sich gleichzeitig die Zonen trotz Verkehrsberuhigung nicht entfalten können. Weiter sind die Grünen klar gegen neu zu schaffende Oberflächenparkplätze wie diejenigen auf der Zähringerbrücke. Die Zähringerbrücke soll ohne Ausnahme dem öffentlichen und dem Langsam-Verkehr vorbehalten bleiben. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Massnahme eines der grossen Versprechungen des Poya-Projekts war. Das gesamte Burgquartier soll zu Fussgängerzonen umgewandelt werden, also inkl. Reichengasse und Rathausplatz. Weiter sollen die öffentlichen Einrichtungen wie Toiletten und Abfallsammelstellen nicht aufgehoben, sondern ersetzt und verbessert werden.
Au, Neustadt-Matte, Jura-Général-Guisan, Alt
Die Schaffung der Begegnungs-, 20er und 30er-Zonen in den verschiedenen Quartieren wird begrüsst. Hingegen fehlen im Generellen konsistente bauliche Massnahmen, welche das Funktionieren der Zonen garantieren, da rein polizeiliche Massnahmen nicht ausreichen werden. Auch müssen die baulichen Massnahmen garantieren, dass die Verkehrssicherheit in besonders heiklen Zonen um Schulen, Heime oder Krippen (bspw. Neustadt, Jura, Varis) sicher funktionieren können. Die Grünen wünschen sich zudem etwas mehr Mut bei der Schaffung zusammenhängender Zonen und nicht nur einzelner Insellösungen. Ein Beispiel dafür wäre die Erweiterung der Begegnungszone beim Place Petit Saint-Jean bis hinauf zu der Augustinerkirche und eine zwischen Python-Platz, Uni Misericorde und Varis. Die Schaffung des Velowegs zum Stadion St. Léonard sehen die Grünen als echte Chance, um den Fahrradverkehr zu fördern. Doch auch hier fehlen Begleitmassnahmen, damit nicht neue Probleme (Kleinkinder und Seniorinnen zu Fuss) geschaffen werden. Die Trennung von Fussgänger- und Fahrradweg oder verkehrsberuhigende Massnahmen für Velos sind unabdingbar, um beiden Zielgruppen ein gleichzeitig rasches und sicheres Vorankommen zu gewährleisten.
Zusätzliche Forderungen
Im Quartier Schönberg fehlen Begleitprojekte zur Einführung der Poyabrücke: Das grösste Wohnquartier der Stadt darf nicht dem Transitverkehr geopfert werden. Die Grünen fordern deshalb ein Konzept für den Umgang mit dem veränderten Verkehrsfluss ab 2014. Eine erste Massnahme könnte die Schaffung einer Zone 30 auf der Zufahrtsachse Poya sein. Die Grünen fordern, dass alle Projekte mit intelligenten Kommunikationsmassnahmen flankiert werden. Gerade auch für nicht Ortsansässige soll zudem die Beschilderung (auch für Fussgänger) kohärent und auf Anhieb verständlich ausgestaltet werden. Die Lösungen müssen nicht luxuriös sein, sondern zweckdienlich. Materialien aus der Umgebung sind unökologisch importierten vorzuziehen. Gerade bei mineralischen Stoffen ist dies problemlos umsetzbar.
Hier die detaillierte Stellungnahme auf Französisch. Für weitere Auskünfte : Christa Mutter, Grossrätin (Mo nachmittag) 026 424 76 60 Gerhard Andrey, Vorstand Grüne Kanton Freiburg, 026 422 25 11 Rainer Weibel, Präsident Generalratsfraktion 031 312 08 15
