Nein zum Parkhaus „Prinz von Tarent“ in Murten

Medienmitteilung vom 12.10.2014

Der Burgunderprinz wird auch seine zweite Schlacht in Murten verlieren.

Gemäss „Murtenbieter“ vom 30. September 2014 verlangt der Gemeinderat von Murten einen Nach-trags¬kredit für die Generalratssitzung vom 15. Oktober im Betrag von CHF 880‘000 CHF für die Ausführungs¬planung des Parkhauses Ost. Die Grünen See sehen das Parkhaus jedoch als Resultat einer Serie von Fehlplanungen im Bereich Verkehr und empfehlen die Ablehnung des Kredits.

Die vor allem im 12. Und 13. Jahrhundert entstandene historische Stadt Murten ist bis heute in ihrem einzigartigen Charakter erhalten geblieben. Ringmauer und Stadtgraben umgeben nach wie vor die Stadt und schaffen eine respektvolle Distanz, die bisher auch im Bereich Berntor und Viehmarktplatz freiwillig und spontan eingehalten worden ist. Dies soll sich nun ändern mit dem Bau eines Parkhauses, das zur Hälfte überirdisch auf dem Viehmarktplatz erstellt werden soll. Bis zu drei Geschosse Parkplatzmauern ohne Fenster werden dann direkt das historische Erscheinungsbild der Stadtmauer konkurrenzieren.

 

Man fragt sich, wie die Jury dazu kam, ein Projekt zu prämieren, das in keiner Weise zum Stadtbild passt. Tatsächlich waren im Wettbewerb auch andere Vorschläge eingegangen, insbesondere fast vollständig unterirdisch angelegte Lösungen. Die Vermutung liegt nahe, dass hier nicht nur ästhetische, sondern vor allem rein finanzielle Überlegungen den Ausschlag gegeben haben. Tatsächlich belaufen sich nur schon die reinen Baukosten für die 300 Parkplätze ohne weitere Gestaltungsarbeiten auf 14 Mio. Franken. Ein vollständig unter¬irdisches Parkhaus dieser Grösse wäre nochmals wesentlich teurer.

Nur wenige 100 Meter weiter Richtung Bern baut die Migros einen grossen Gebäudekomplex mit Ein-kaufs¬zone und Wohnungen. Der bestehende Parkplatz wird aufgehoben und ein Parkhaus mit 250 Plätzen unterirdisch neu erstellt. Diese Parkplätze sind ausser am Samstag nicht voll ausgelastet und könnten für

eine breitere Nutzung zugänglich gemacht werden. Während die unterirdische Auslegung für Parkhäuser des Detailhandels mittlerweile Standard ist, gibt sich die Gemeinde grosszügig abweichende Regeln.
Dabei macht es wenig Sinn, das Städtchen in Richtung eines weiteren „Einkaufszentrums“ in historischer Ummantelung zu entwickeln. Hier wird man nie mit der raschen Entwicklung, die zur Zeit in der Region Murten abläuft, Schritt halten können. Das Städtchen braucht auch nicht zusätzliche Einkaufs-möglichkeiten, um attraktiv zu sein. Die vie¬len Aktivitäten im Laufe des Jahres schaffen viel bessere Gelegenheiten, die Gassen mit Leben zu füllen.

Kontaktperson:
Dr. Peter Halbherr peter.halbherr@verts-fr.ch